Am 29. April 2026 um 17:30 Uhr wurde die Polizei zu einem Nachbarschaftsstreit in einem Mehrparteienhaus in 1130 Wien gerufen. Es kam zwischen einem 55-jährigen österreichischen Bewohner und einem 30-jährigen tunesischen Bewohner zu rassistischen Beleidigungen und gefährlichen Drohungen. Der 30-Jährige berichtete den Beamten des Stadtpolizeikommandos Meidling, dass der Nachbar seine Wohnungstür mit Pfefferspray besprüht hatte. Dabei hätten seine Ehefrau und sein siebenjähriger Sohn Reizstoffe eingeatmet und kurzzeitig unter Atembeschwerden gelitten, jedoch stellte der Rettungsdienst keine Verletzungen fest.
Als die Polizeibeamten die Wohnung des 55-Jährigen aufsuchten, öffnete dieser plötzlich die Tür, sprühte den Beamten Pfefferspray ins Gesicht und schloss sich anschließend in seiner Wohnung ein. Die Beamten mussten notfallmedizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht werden, woraufhin sie ihren Dienst nicht fortsetzen konnten. Weitere Einsatzkräfte konnten den Mann schließlich dazu bewegen, die Wohnung zu verlassen. Er äußerte, das Pfefferspray nicht gegen die Beamten, sondern gegen seinen Nachbarn eingesetzt zu haben, den er vor der Tür vermutet hatte. Der 55-Jährige wurde wegen des Verdachts des versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt, der schweren Körperverletzung und der versuchten Körperverletzung angezeigt, ebenso aufgrund verwaltungsrechtlicher Bestimmungen. Der 30-Jährige wurde wegen des Verdachts der gefährlichen Drohung angezeigt. Gegen beide Männer wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.
