Am 29. April 2026 um 14:30 Uhr wurde in 1010 Wien ein 90-jähriger Mann auf einen Einbrecher aufmerksam, der sich in seiner Dachgeschosswohnung aufhielt. Der unbekannte Täter, der offensichtlich verletzt war, flüchtete umgehend. Unmittelbar danach wurden Polizei und Rettungskräfte aufgrund einer vermuteten Körperverletzung in einer angrenzenden Gasse alarmiert.
Dort trafen die Einsatzkräfte auf einen 26-Jährigen aus Syrien, der Schnittverletzungen an Armen und Händen aufwies und angab, von einem Unbekannten mit einem Messer angegriffen worden zu sein. Die Beamten gerieten jedoch in Verdacht und führten eine Durchsuchung des Rucksacks des Mannes durch, während er notfallmedizinisch durch den Rettungsdienst versorgt wurde. Dabei fanden sie eine erhebliche Menge Bargeld sowie weiteres vermeintliches Diebesgut.
Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass sich der 26-Jährige die Verletzungen beim Zutritt zur Wohnung des älteren Mannes zugezogen hatte. Er war zuvor über einen Rauchfang ins Dachgeschoss eines Nebengebäudes gelangt und hatte dann durch eine unversperrte Terrassentür Zugang zur Wohnung des Opfers erlangt. Der Verdächtige wurde vorläufig festgenommen und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt gebracht. Das aus der Wohnung entwendete Bargeld wurde dem Opfer zurückgegeben. Weitere Gegenstände, darunter mehrere Mobiltelefone und Schmuck, konnten bislang keiner konkreten Straftat zugeordnet werden. Das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Zentrum/Ost, hat die Ermittlungen übernommen.
