Die Stadt Graz startet eine Informations- und Sensibilisierungskampagne in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Glücksspielsucht Steiermark, um auf die Risiken von Sportwetten hinzuweisen. Diese Initiative ist besonders relevant zur Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft, während der die Werbung für Sportwetten zunimmt.
Unter dem Motto „Wenn Sportwetten zur Sucht werden“ werden während der Weltmeisterschaft spezifische Werbemaßnahmen im gesamten Stadtgebiet umgesetzt. Dazu gehören Citylights, digitale Werbeflächen, Inserate und Social-Media-Beiträge. Für lokale Vereine und Einrichtungen stehen zudem Plakate zur Verfügung, die die Botschaft direkt in Freizeitstätten tragen.
Ein zentraler Bestandteil der Kampagne ist die Webseite www.wette-glueck.at. Dort finden Betroffene und Angehörige ausführliche Informationen und Hilfsangebote. Die Stadtverwaltung verweist auf die Notwendigkeit, Menschen, die in Schwierigkeiten geraten, Unterstützung anzubieten.
Fachleute warnen, dass Sportwetten besonders risikobehaftet sind. Live-Wetten und die ständige Verfügbarkeit über Smartphones tragen dazu bei, dass mehr Menschen problematische Wettverhalten entwickeln. Studien zeigen, dass mehr als 20 Prozent der Sportwetten-Nutzer riskantes oder süchtiges Spielverhalten aufweisen. Dr.in Monika Lierzer von der Fachstelle Glücksspielsucht Steiermark hebt hervor, dass viele Wettangebote den Eindruck vermitteln, dass Fachwissen über Sport die Gewinnchancen erhöht. Wissenschaftliche Untersuchungen widerlegen dies jedoch und zeigen, dass der langfristige Erfolg beim Wetten nicht signifikant von Fachkenntnissen abhängt.
Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Thematik: „Wettsucht ist keine Charakterschwäche. Sie kann weitreichende negative Auswirkungen auf finanzielle Lage und zwischenmenschliche Beziehungen haben sowie die psychische Gesundheit gefährden.“ Die Kampagne zielt darauf ab, die Hemmschwelle zur Inanspruchnahme von Hilfe zu senken und darauf aufmerksam zu machen, dass niemand diesen Weg alleine gehen muss.
