Am 19. Juni 2026 wurde in 1190 Wien ein 31-jähriger Hauptverdächtiger festgenommen, der im Rahmen umfangreicher Ermittlungen der Wirtschaftskriminalitätsermittler des Landeskriminalamts Wien, Gruppe Rottenschlager, ins Visier geraten war. Zusammen mit drei weiteren Tatverdächtigen steht er im Verdacht, seit 2022 Vermögenswerte im Zusammenhang mit mehreren Installationstechnikunternehmen beiseitegeschafft zu haben, wodurch Gläubiger in Insolvenzverfahren geschädigt wurden.
Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Verdächtigen, die teils miteinander verwandt sind, größere Geldbeträge abgehoben, ins In- und Ausland überwiesen oder ohne nachvollziehbaren unternehmerischen Zweck verwendet haben. Nach Insolvenzen einzelner Unternehmen wurden neue Firmen gegründet und Vermögenswerte, einschließlich Fahrzeuge, dorthin transferiert. Bislang konnten vier Fahrzeuge im Wert von etwa 93.000 Euro sichergestellt werden. In einem weiteren Insolvenzverfahren besteht der Verdacht, dass mindestens 650.000 Euro bis Mai 2026 durch Bargeldabhebungen und Überweisungen ins Ausland beiseitegeschafft wurden. Insgesamt sind über 30 geschädigte Gläubiger sowie mehrere mutmaßliche Betrugsopfer bekannt, und die Gesamtschadenssumme wird auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt.
Zusätzlich gibt es Hinweise auf schweren gewerbsmäßigen Betrug. Bei Wartungsterminen von Thermen und Gasheizungen sollen den Kunden defekte Geräte sowie notwendige Reparaturen und Gefahren durch mögliche Gasaustritte vorgetäuscht worden sein. Dadurch wurde der Austausch von Heizgeräten veranlasst und vorab bezahlt. In mehreren Fällen wurden Arbeiten nicht, nicht fachgerecht oder mit alten Geräten ausgeführt, und es wurden weitere angebliche Schäden abgerechnet.
Auf Grundlage der Ermittlungsergebnisse ordnete die Staatsanwaltschaft Wien eine Festnahmeanordnung sowie Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen an. Der Hauptverdächtige hatte sich an seiner Meldeadresse nur zum Schein aufgehalten, weshalb sein tatsächlicher Aufenthaltsort durch umfassende Ermittlungen ermittelt wurde. Bei seiner Festnahme verweigerte er die Aussage und wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in eine Justizanstalt eingeliefert. Die weiteren Ermittlungen sind im Gange.
Betroffene, die möglicherweise durch mutmaßlich betrügerische Wartungsarbeiten an Thermen und Gasheizungen geschädigt wurden, können sich mit dem Landeskriminalamt Wien unter der Nummer 01-31310-33800 in Verbindung setzen.
