Am 20. April 2026, um 17:20 Uhr, wurde ein 37-jähriger österreichischer Staatsbürger in Vösendorf, Niederösterreich, von Beamten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) festgenommen. Die Festnahme erfolgte im Zusammenhang mit den Ermittlungen der „Rip-Deal Unit Vienna“ des Landeskriminalamts Wien, Außenstelle Zentrum/Ost, Gruppe Goldnagl, die in enger Kooperation mit einer deutschen Sonderermittlungsgruppe sowie EURO-POL und EUROJUST durchgeführt wurden.
Die Ermittlungen ergaben, dass der Festgenommene im Jahr 2024 im Namen eines angeblich wohlhabenden Investors ein Immobiliengeschäft mit einem deutschen Staatsangehörigen initiiert hatte. Dabei überzeugte er das Opfer, eine Krypto-Wallet anzulegen und eine Vermittlungsprovision für das geplante Geschäft dort zu hinterlegen. Der Beschuldigte soll anschließend die Zugangsdaten ausgespäht, verändert und so Zugang zu den Geldern des Opfers erhalten haben, was zu einem Schaden von über 240.000 Euro führte. Weiterhin besteht der Verdacht, dass er in weiteren Geschäftsanbahnungen Versuche unternahm, Provisionen in Höhe von insgesamt 1,3 Millionen Euro zu erlangen.
Aufgrund des Verdachts auf gewerbsmäßigen schweren Betrug im Rahmen einer kriminellen Vereinigung sowie Geldwäscherei wurde der 37-Jährige von der Staatsanwaltschaft Wien in Untersuchungshaft gebracht.
Phänomen Rip-Deal:
Dieser Betrug wird überwiegend von erfahrenen Banden aus der Westbalkanregion verübt, die sich als wohlhabende Geschäftsleute oder Investoren ausgeben. Es handelt sich um verschiedene betrügerische Geschäfte, bei denen oft Luxusgüter wie Uhren oder Gold angeboten werden. Die Raubgeschäfte dienen dazu, Vertrauen zu gewinnen, wobei die Täter beabsichtigen, alle Transaktionen im Ausland durchzuführen, um Luxusgüter unbemerkt gegen wertlose Gegenstände einzutauschen. Bei Verkäufen von Immobilien, Booten oder hochpreisigen Fahrzeugen nutzen die Täter angebliche Vermittlungsprovisionen, vorzugsweise in Kryptowährung, um an Geld zu gelangen, ohne jedoch die versprochenen Zahlungen zu leisten.
Empfehlungen zur Kriminalprävention:
- Führen Sie umfassende Nachforschungen über Ihre Geschäftspartner durch und verlangen Sie Referenzen sowie Ausweise, insbesondere bei Verkäufen von Luxusgütern.
- Vermeiden Sie Reisen ins Ausland für den Verkauf von eigenen, insbesondere luxuriösen, Gegenständen oder Immobilien.
- Seien Sie vorsichtig und misstrauisch, wenn der potenzielle Käufer keine Verhandlungen über den Kaufpreis führen möchte.
- Bei Verdacht auf Betrug hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und wenden Sie sich an die nächste Polizeidienststelle oder brechen Sie das geplante Geschäft ab.
- Tätigen Sie Geschäfte mit Kryptowährungen nur, wenn Sie sich gut auskennen.
- Setzen Sie Krypto-Wallets niemals im Beisein Dritter oder während Videotelefonate auf.
- Seriöse Geschäftspartner fordern keine speziellen Krypto-Wallets.
- Erstatten Sie bei Rip-Deals unbedingt auch im Inland Anzeige, nicht nur im Ausland.
- Entsorgen Sie Falschgeld nicht, sondern bringen Sie es zur nächsten Polizeidienststelle.
