Kriminalbeamte des Ermittlungsbereiches Diebstahl im Landeskriminalamt Niederösterreich haben eine Serie von Dämmerungseinbrüchen in Wohnhäusern in Niederösterreich aufgeklärt und die Tatverdächtigen identifiziert.
Durch sorgfältige kriminalpolizeiliche Ermittlungen sowie operative Maßnahmen wurde das mutmaßliche Täterfahrzeug ermittelt, ebenso die Wohnadresse der zunächst unbekannten Verdächtigen in 1220 Wien. An dieser Adresse waren die Männer jedoch nicht behördlich gemeldet.
Am 13. Oktober 2026, gegen 19:30 Uhr, wurden die Verdächtigen während eines Einbruchs in ein Wohnhaus in Loosdorf (Bezirk Melk) auf frischer Tat ertappt. Während des Versuchs, einen Tresor gewaltsam zu öffnen, setzten sie einen Alarm in Gang und flohen daraufhin. Wenige Zeit später kam es zur Festnahme durch die Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes Wien, der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität, in Zusammenarbeit mit den Ermittlern des Landeskriminalamtes Niederösterreich im Bereich der S33 nahe St. Pölten. Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 47-jährigen und einen 48-jährigen serbischen Staatsbürger.
Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat eine Hausdurchsuchung für die Mietwohnung in Wien angeordnet. Dabei konnten die Ermittler der Diebstahlsgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich unter anderem einen Teil des Diebesguts sowie Einbruchswerkzeuge sicherstellen.
Die Verdächtigen sollen in der Abenddämmerung in Wohnsiedlungen, insbesondere in den Bezirken St. Pölten und Melk, nach Objekten für ihre Einbrüche gesucht haben, bevor sie Fenster oder Terrassentüren gewaltsam öffneten. Dabei erbeuteten sie Schmuck, Goldmünzen und Bargeld, wobei der Gesamtwert des Diebesguts auf mindestens 50.000 Euro geschätzt wird.
Den beiden Serben werden aufgrund der aktuellen Ermittlungsergebnisse die folgenden Straftaten zugeordnet:
1) Versuchter Einbruchsdiebstahl in ein Wohnhaus in Tulln an der Donau am 5. Oktober 2026, gegen 19:20 Uhr.
2) Versuchter Einbruchsdiebstahl in ein Wohnhaus in Oberndorf in der Ebene am 6. Oktober 2026, zwischen 17:30 Uhr und 19:30 Uhr.
3) Versuchter Einbruchsdiebstahl in ein Wohnhaus in Traismauer am 6. Oktober 2026, gegen 20:10 Uhr.
4) Einbruchsdiebstahl in ein Wohnhaus in Traismauer am 9. Oktober 2026, zwischen 18:15 Uhr und 20:10 Uhr.
5) Einbruchsdiebstahl in ein Wohnhaus in Loosdorf am 13. Oktober 2026, zwischen 19:30 Uhr und 20:10 Uhr.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft St. Pölten wurden die Verdächtigen in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert.
Zur Prävention von Wohnraumeinbrüchen empfiehlt die Polizei Folgendes:
– Äußerst widerstandsfähige, ÖNORM-geprüfte Sicherheitsfenster und -türen sowie Zusatzschlösser und Sicherheitsgitter sollten installiert werden. Alle Schlösser sollten auch bei kurzer Abwesenheit stets geschlossen werden.
– Einbruchsmelde- oder Videoüberwachungsanlagen können sinnvoll eingesetzt werden und sollten bei Abwesenheit aktiviert sein. Es sollte stets eine Person vorhanden sein, die auf Alarmauslösungen reagieren kann.
– Eine gute Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe sind durch hohe Aufmerksamkeit und Zusammenhalt sehr wichtig.
– Zeichen der Abwesenheit sollten vermieden werden, indem beispielsweise Briefkästen regelmäßig geleert und Werbematerial entfernt wird.
– Sichtschutz, der Einbrechern ungestörtes Vorgehen ermöglicht, sollte vermieden werden.
– Werkzeuge und Leitern sollten nicht im Freien stehen gelassen werden, um eine Verwendung durch Einbrecher zu verhindern.
– Bei Abwesenheit sollten Zeitschaltuhren für Lampen verwendet werden, um einen bewohnten Eindruck zu erwecken. Außenbeleuchtung kann ebenfalls hilfreich sein.
– Regelmäßige Kontrollen von Kellerabteilen und allgemein zugänglichen Räumen sind ratsam, da Einbrüche dort oft unbemerkt bleiben.
