Graz | Brunn am Gebirge. – Nach umfangreichen Ermittlungen zu einer österreichweiten Serie von Einbruchsdiebstählen in Fahrzeuge wurde ein 49-jähriger Tatverdächtiger auf frischer Tat festgenommen. Der Mann steht im Verdacht, hochwertige Fahrzeugteile entwendet zu haben. Die Ermittler konnten bisher rund 60 Tatorte in fünf Bundesländern mit dieser Serie in Verbindung bringen. Der Gesamtschaden wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt.
Ausgangspunkt der Ermittlungen des Grazer Kriminalreferats war ein Einbruch zu Beginn des Monats Juli dieses Jahres in Graz. In der Nacht zum 8. Juli 2026 brachen unbekannte Täter im Gelände eines Autovermieters in mehrere Fahrzeuge ein. Dabei wurden Dreiecksscheiben zerschlagen, Motorhauben geöffnet und gezielt verschiedene Fahrzeugteile demontiert. Besonders betroffen waren Lichtmodule, Motorhauben und Frontschürzen.
Im Rahmen intensiver Ermittlungen fanden die Grazer Kriminalisten Hinweise auf eine mutmaßlich österreichweit tätige Tätergruppe. Bislang wurden rund 60 ähnliche Tatorte in der Steiermark, im Burgenland, in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich festgestellt. Die Ermittler stießen auf ein Fahrzeug, das in mehreren Fällen eine Rolle gespielt haben könnte. Die Spur führte zu einem 49-jährigen ungarischen Staatsbürger, der in Ungarn bereits wegen Eigentumsdelikten vorbestraft ist. Zudem wurde festgestellt, dass ein weiteres Fahrzeug auf den Mann zugelassen war, das Ende Juni nach einem ähnlichen Einbruch in Wien-Favoriten in der Nähe des Tatorts zurückgelassen worden war. Der damalige Täter konnte entkommen.
Wegen der gewonnenen Erkenntnisse wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien weitere kriminalpolizeiliche Maßnahmen eingeleitet. Dabei arbeiteten insbesondere Einsatzkräfte der EGS (Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität) aus dem Burgenland, Niederösterreich und Wien eng mit den Grazer Kriminalisten zusammen. Nachdem der 49-Jährige Anfang August wieder nach Österreich eingereist war und unter anderem in der Umgebung von Autohäusern und Firmenparkplätzen beobachtet wurde, verließ er das Land zunächst wieder, ohne dass ihm eine konkrete Straftat nachgewiesen werden konnte.
Am Abend des 18. August 2026 reiste der Tatverdächtige erneut über den burgenländischen Grenzübergang Klingenbach nach Österreich ein. Polizisten nahmen seine Spur auf und observierten ihn bis in ein Industriegebiet in Brunn am Gebirge (Niederösterreich), wo er mit einem E-Scooter die Umgebung auskundschaftete. In der darauffolgenden Nacht wurde er beim Verladen zuvor demontierter Lichtmodule und Motorhauben vom Gelände eines Autohauses in seinem nahegelegenen Fahrzeug festgenommen. Bei diesem Einbruch entstand ein Schaden von rund 15.000 Euro.
Der 49-Jährige wurde nach Graz überstellt und zeigte sich bei seiner Einvernahme nur zu den Taten in Brunn am Gebirge geständig. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde er in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Die Ermittlungen zu weiteren Tatorten und möglichen Zusammenhängen dauern an. Nach aktuellem Stand beläuft sich der Gesamtschaden der bisher bekannten Fälle auf mehrere hunderttausend Euro.
