Am 19. August 2026, ab 16:00 Uhr, führte die Wiener Polizei im Rahmen täglicher Schwerpunktaktionen zur Bekämpfung der Jugendkriminalität einen umfangreichen Einsatz im Bereich des Bahnhofs Meidling und des angrenzenden Bezirks Favoriten durch. An dieser Aktion nahmen neben Kräften des Stadtpolizeikommandos Meidling auch Polizistinnen und Polizisten der Bereitschaftseinheit Wien, des Landeskriminalamtes Wien, der Abteilung Fremdenpolizei und Anhaltevollzug, der Polizeidiensthundeeinheit sowie der Landesverkehrsabteilung Wien teil. Der Einsatz wurde zudem durch 24 Beamte aus den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich verstärkt, die derzeit tageweise bei nächtlichen Schwerpunktkontrollen in Wien im Einsatz sind.
Im Verlauf des Einsatzes wurden insgesamt 195 Identitätsfeststellungen vorgenommen. Sieben Personen wurden aufgrund des Verdachts auf gerichtlich strafbare Handlungen nach dem Strafgesetzbuch angezeigt, zehn Personen nach dem Suchtmittelgesetz und 19 Personen wegen Verwaltungsübertretungen. Zudem kam es zu fünf Festnahmen, von denen eine Person wegen eines strafrechtlichen Deliktes und vier aufgrund von fremdenrechtlichen Bestimmungen festgenommen wurden. Während der Kontrollen beschlagnahmten die Einsatzkräfte unter anderem 79 Gramm Cannabis, zwei psychotrope Stoffe sowie 18 Substitutionsmittel.
Diese Schwerpunktaktion ist Teil der verstärkten polizeilichen Maßnahmen gegen Jugendkriminalität. Unter der Leitung des Bundeskriminalamtes wurde im März 2024 die Einsatzgruppe Jugendkriminalität (EJK) eingerichtet, in deren Rahmen zahlreiche österreichweite Schwerpunktaktionen durchgeführt wurden, insbesondere in Wien.
Innenminister Gerhard Karner und Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl unterstreichen die Notwendigkeit dieser Maßnahmen. Innenminister Karner äußerte: „Die Jugendkriminalität ist und bleibt ein Sorgenkind. Deshalb müssen wir gerade in diesem Bereich ganz konsequent vorgehen und dagegenhalten.“ Er betonte, dass die Maßnahmen so lange fortgesetzt werden, wie es erforderlich ist, auch mit Unterstützung aus anderen Bundesländern. Pürstl ergänzte, dass in einer Großstadt wie Wien eine starke Präsenz im öffentlichen Raum erforderlich sei, um Straftaten frühzeitig zu erkennen und gefährliche Gegenstände einzuziehen sowie den Schutz von potenziellen Opfern sicherzustellen.
Zusätzlich zu den polizeilichen Maßnahmen sind gesetzliche Änderungen zur Bekämpfung der Jugendkriminalität in Vorbereitung. Ein entsprechendes Maßnahmenpaket wird strengere legistische Maßnahmen sowohl für unter 14-jährige Tatverdächtige als auch für Eltern vorsehen, um diese in die Verantwortung zu nehmen. Die Wiener Polizei beabsichtigt, die Schwerpunktaktionen weiterhin durchzuführen, solange es die Situation erfordert.
