Im Frühjahr 2026 leitete das Landeskriminalamt Niederösterreich, Ermittlungsbereich Diebstahl, Ermittlungen gegen eine unbekannte Tätergruppe ein. Diese Ermittlungen wurden initiiert, nachdem im Bezirk Tulln, Österreich, zwei Bagger entwendet worden waren. Erste Erhebungen deuteten darauf hin, dass es sich um eine ausländische Tätergruppe handelte, die Baumaschinen und große Autoanhänger von Baustellen stahl und das Diebesgut nach Ungarn transportierte.
Beim weiteren Verlauf der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Täter auch in anderen österreichischen Bundesländern, darunter Oberösterreich und die Steiermark, Straftaten begangen hatten. Das gestohlene Diebesgut wurde schließlich in Ungarn verkauft. In diesem Kontext konnten zwei ungarische Staatsbürger, 27 und 30 Jahre alt, als Beschuldigte identifiziert werden. Zwischen dem 22. Januar 2026 und dem 11. April 2026 konnten diesen insgesamt 24 Straftaten zugeordnet werden. Die Tatorte in Niederösterreich umfassten die Bezirke Tulln, Amstetten, Baden, St. Pölten-Land, Gänserndorf, Neunkirchen und Bruck an der Leitha. Die weiteren Tatorte lagen sowohl in der Steiermark als auch in Oberösterreich. Insgesamt erbeuteten die Beschuldigten sechs Bagger, sieben Autoanhänger, zwei Traktoren, zwei Wohnwägen, drei Rasenmähertraktoren, ein Moped, einen Baukompressor, mehrere kleinere Geräte wie Balkenmäher sowie verschiedene Autokennzeichen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf etwa 328.000 Euro, wobei der Diebstahlsschaden rund 320.000 Euro und der Sachschaden fast 8.000 Euro ausmacht.
Am 11. April 2026, gegen 02:15 Uhr, wurde der 30-jährige Beschuldigte im Rahmen eines weiteren Baggerdiebstahls in Linz festgenommen, als er sich auf der Rückfahrt nach Ungarn befand. Der 27-jährige Mittäter war zu diesem Zeitpunkt nicht im Fahrzeug. Er wurde am 17. April 2026 aufgrund eines Europäischen Haftbefehls der Staatsanwaltschaft St. Pölten von ungarischen Polizeibehörden in Ungarn festgenommen.
Im Rahmen von Hausdurchsuchungen bei den Beschuldigten sowie durch Ermittlungen bei Abnehmern in Ungarn konnten in Zusammenarbeit mit ungarischen Polizeibehörden drei Bagger, drei Autoanhänger, ein Moped und ein Baukompressor sichergestellt werden. Diese Gegenstände wurden anschließend an die geschädigten Parteien übergeben.
Beide Beschuldigten zeigen sich bei ihren Vernehmungen teilweise geständig und wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft St. Pölten in die dortige Justizanstalt eingeliefert.
