„Leinen los!“ heißt es bald entlang des Marburger Kais zwischen Radetzky- und Tegetthoffbrücke. Denn es beginnen die Vorarbeiten für die Errichtung des neuen Stadtbootshauses.  Damit die kostbare Fauna entlang dieses Murabschnitts gut geschützt bzw. erhalten bleibt, wird Dr. Kammel in den nächsten drei Wochen die vorhandenen Reptilien absammeln.

Erlebnis am Wasser

Das neue Stadtbootshaus schlägt hohe Wellen. Nach den siegreichen Plänen des Grazer Büros Kuess Architek­tur ZT aus einem Architekturwett­bewerb bietet das Projekt nicht nur WassersportlerInnen eine Heimat, sondern auch Erholungs­suchenden Raum für Erlebnisse am Wasser. Nun, da die Planungen so gut wie abgeschlossen sind, starten die Bauarbeiten. Dazu wird die alte desolate Bootswärterhütte, die 1889 für die ehemalige Murdampfschifffahrt errichtet wurde, komplett abgerissen. Ebenso müssen etliche Büsche gerodet und einige Bäume gefällt werden. Der Erhalt möglichst vieler Baumstandorte ist jedoch oberstes Gebot. Zusätzlich sind großzügige Ersatzpflanzungen geplant. Weitere ökologische Maßnahmen: eine insektenfreundliche Beleuchtung und der Schutz der Reptilien vor den Bauarbeiten durch einen neuartigen Spezialzaun. Alle Planungen wurden im Einvernehmen mit Naturschutz, Denkmalschutz, Altstadtsachverständigenkommission und der städtischen Grünraum-Abteilung durchgeführt, sensible Eingriffe in den Naturraum sind somit garantiert.

Neue Heimat für den Paddelsport

Besonders freuen sich aber die Mitglieder des GKC Wikinger und des Kanu Club Graz, die im neuen Stadtbootshaus vor Anker gehen und hier ihre Kanus und Kajaks unterbringen werden. Das neue Vereinsgebäude beherbergt Umkleidemöglichkeiten, Aufenthaltsräume und eine Teeküche und im Gegensatz zum reinen Bootshaus auch eine Heizung. Aber nicht nur für die Breiten- und SpitzensportlerInnen, sondern auch für Mur-Flaneure und Publikum soll das Areal eine Einladung darstellen. Das Dach des Bootshauses mit 215 Quadratmeter Nutzfläche ist direkt vom Marburger Kai aus begehbar, Vorbeikommende können auf einer Art „Murbalkon” dem bunten Treiben zusehen, ein Trinkbrun­nen wird installiert, es gibt Fahrradabstellplätze und vieles andere mehr.

Quelle graz.at