Mit Beginn des neuen Schuljahres sind ab der kommenden Woche zahlreiche Kinder daily auf ihrem Weg zur Schule oder zum Kindergarten unterwegs. Zu diesem Zeitpunkt ist besondere Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme im Straßenverkehr erforderlich. Die Tiroler Polizei wird ihre Präsenz im Umfeld von Schulen und Kindergärten erhöhen und gezielte Verkehrskontrollen durchführen. Schwerpunktmäßig werden die Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen, die Beförderung von Kindern im Fahrzeug sowie das Verhalten an Schutzwegen überprüft. Ein zusätzlicher Fokus liegt auf der sicheren Nutzung von E-Scootern und Mopeds sowie der Ablenkung durch Smartphones. Durch verstärkte Kontrollen und gezielte Aufklärungsmaßnahmen soll die Zahl von Verkehrsunfällen mit Kindern reduziert werden.
Im Jahr 2025 kam es in Tirol zu insgesamt 380 Unfällen mit Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren, was einen Anstieg im Vergleich zu den 339 Unfällen im Jahr 2024 darstellt. Bei diesen Vorfällen wurden 417 Kinder verletzt; ein Kind verstarb tragischerweise. Im vergangenen Jahr gab es 58 Schulwegunfälle, bei denen 55 Schulkindern Verletzungen erlitten, was ebenfalls mehr ist als im Jahr 2024 mit 47 Unfällen und 51 verletzten Schulkindern. In ganz Österreich wurde ein tödlicher Schulwegunfall registriert, der in Tirol stattfand.
Im ersten Quartal 2026 wurden insgesamt 52 Unfälle mit Kindern in der Altersgruppe von 0 bis 14 Jahren verzeichnet, was gleichbleibend ist im Vergleich zum Vorjahr. In diesem Zeitraum wurden 59 Kinder verletzt, ohne dass es zu Todesfällen kam. Bei 15 Schulwegunfällen verletzten sich 16 Schulkinfelder, was einen leichten Rückgang im Vergleich zu 17 Verletzten im selben Zeitraum im Jahr 2025 darstellt. Die Mehrheit der unfallbeteiligten Kinder war als Fußgänger unterwegs, während eine Zunahme von Unfällen mit (Elektro-)Fahrrädern, E-Scootern und Mopeds zu beobachten ist.
Die Hauptursachen für die Unfälle sind wie in den vergangenen Jahren Unachtsamkeit und Ablenkung, Vorrangverletzungen sowie nicht angepasste Geschwindigkeit. Oberst Enrico Leitgeb, Leiter der Landesverkehrsabteilung Tirol, appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere im Bereich von Schulen und Schutzwegen, ihre Geschwindigkeit zu reduzieren und jederzeit mit Kindern zu rechnen, die sich im Straßenverkehr bewegen. Dies gelte auch für alle, die mit E-Scootern, Fahrrädern oder Mopeds unterwegs sind. Eine angepasste Fahrgeschwindigkeit und das Tragen eines Helms können in kritischen Situationen entscheidend sein.
Die Polizei setzt auf verschiedene Maßnahmen, um die Sicherheit auf Schulwegen zu erhöhen. Hierzu zählen Geschwindigkeitskontrollen im Nahbereich von Schulen und Kindergärten sowie Kontrollen zur Einhaltung der Gurtanlegepflicht und des Verhaltens an Schutzwegen. Besonderes Augenmerk wird im Jahr 2026 auf E-Scooter, Mopeds und Ablenkung durch Smartphones gelegt. Darüber hinaus gibt es eine verstärkte Schulwegsicherung und Aufklärung für Eltern und Schulen. Jährlich werden rund 20.000 Kinder durch Polizeiverkehrserzieher geschult. Zudem dürfen etwa 7.000 Schülerinnen und Schüler, die die Radfahrprüfung ablegen, ab dem 9. Lebensjahr selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen.
Nach den ersten Wochen des neuen Schuljahres wird die Polizei die Ergebnisse der Überwachungsmaßnahmen in einem weiteren Bericht präsentieren.
