In mehreren Bundesländern wurde ein mutmaßliches Netzwerk von organisierter Schwarzarbeit aufgedeckt. Mehr als 25 Scheinfirmen, die im Bereich Kleintransporte und Expressdienste tätig waren, sollen dabei einen Schaden von mindestens 3,5 Millionen Euro verursacht haben. Unter der Leitung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) führte die Polizei in den frühen Morgenstunden des 20. Oktober 2026, koordiniert durch das Landeskriminalamt Steiermark, Hausdurchsuchungen in den Bundesländern Steiermark, Kärnten, Burgenland und Wien durch und nahm dabei neun Personen fest.
Die Maßnahmen standen im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren gegen etwa 40 Beschuldigte, die wegen organisierter Schwarzarbeit, betrügerischer Sozialversicherungsmeldungen, gewerbsmäßig schwerem Betrug sowie betrügerischer Krida verfolgt werden. In diesem Kontext sollen mindestens 25 Scheinunternehmen für Kurierdienste und Kleintransporte gegründet worden sein. Es wird vermutet, dass mittellose ausländische Personen als Strohmänner für die erforderlichen Geschäftsführer rekrutiert wurden, teilweise sogar unter Verwendung falscher Identitäten.
Laut den bisherigen Ermittlungen wurden bei den Scheinfirmen Arbeiter mit falschen oder zu geringen monatlichen Beitragsgrundlagen beim Sozialversicherungsträger (ÖGK) gemeldet, obwohl diese tatsächlich bei anderen Firmen in Vollzeit beschäftigt waren. Dem koordinierten kriminalpolizeilichen Einsatz gingen umfassende und kooperative Ermittlungen des Ermittlungsbereiches Wirtschaft des Landeskriminalamts Steiermark sowie der Steuerfahndung voraus. Ziel war es, Scheinunternehmen und falsche Arbeitnehmeranmeldungen zu identifizieren. Insgesamt wurden in den genannten Bundesländern 18 Hausdurchsuchungen durchgeführt, und die Festnahmen erfolgten auf Anordnung der WKStA, die in diesem Fall aufgrund ihrer Zuständigkeit für organisierte Schwarzarbeit tätig wurde. Aufgrund kriminaltaktischer Überlegungen können derzeit keine weiteren Details zu den Ermittlungen veröffentlicht werden.
