In den letzten Tagen gab es im Pongau mehrere Versuche von Betrug durch falsche Polizisten. Am 22. Oktober gelang es unbekannten Tätern, eine 84-jährige Frau um etwa 30.000 Euro zu betrügen. Die Betrüger kontaktierten die Frau telefonisch und informierten sie, dass es in ihrer Nachbarschaft zu vermehrten Einbrüchen gekommen sei. Sie argumentierten, dass sie als Vorsichtsmaßnahme sämtliche Wertgegenstände der Frau abholen und sicher verwahren würden. Die 84-Jährige folgte dieser Aufforderung und stellte Bargeld sowie Schmuck in einem Behälter vor ihrem Haus ab, wo die Täter die Gegenstände abholten.
Der Betrug durch falsche Polizisten erfolgt in der Regel telefonisch. Die Täter geben sich als Kriminalbeamte aus und wählen häufig Personen im fortgeschrittenen Alter als Opfer aus. Sie konstruieren oft Geschichten über Einbrecherbanden, die in der Nähe aktiv sind, und geben vor, die Sicherheit der Wertgegenstände der Betroffenen gewährleisten zu wollen. Dazu organisieren sie ein Treffen zur Übergabe, bei dem entweder der Anrufer oder ein Komplize die Gegenstände abholt.
Die Täter nutzen das Vertrauen in die Polizei aus und erzeugen ein Gefühl der Dringlichkeit, indem sie einen angeblichen Zeitdruck aufbauen. Zudem bedienen sie sich der Technik des Call-ID-Spoofings, um die angezeigte Telefonnummer zu manipulieren, sodass diese seriös erscheint. In Wirklichkeit kann die Anrufernummer jedoch aus einem ganz anderen Land stammen als der tatsächliche Ursprung des Anrufs.
Warnsignale, auf die man achten sollte, sind unter anderem:
– Anrufe von angeblichen Polizisten, die gezielt ältere Menschen ansprechen.
– Ausübung von Druck und das Erzeugen eines Gefühls von Dringlichkeit.
– Fragen über finanzielle Verhältnisse.
– Vorbringung einer Notlage, die schnelles Handeln erfordert.
– Aufforderung zur Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen.
Um sich zu schützen, empfiehlt es sich, bei unbekannten Anrufern vorsichtig zu sein. Bei Zweifeln an der Echtheit eines Anrufers, der sich als Polizist ausgibt, kann die Polizeihotline unter +43 59 133 kontaktiert werden, um den Anrufer zu verifizieren. Es ist ratsam, Details über persönliche Vermögenswerte nicht preiszugeben, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und im Zweifelsfall das Gespräch zu beenden. Außerdem sollte man keine Unbekannten in die Wohnung lassen und keine Wertgegenstände an sie übergeben. Es ist auch wichtig, sich einen Dienstausweis von angeblichen Polizisten vorzeigen zu lassen und bei Zweifeln den Notruf zu wählen.
Sollte dennoch ein Betrugsfall eintreten, ist es entscheidend, umgehend die nächstgelegene Polizeidienststelle aufzusuchen und Anzeige zu erstatten. Dabei sollten die Telefonnummer des Anrufers notiert und auch Verwandte sowie Freunde über die Betrugsform informiert werden. Bei bereits erfolgten Übergaben von Wertgegenständen sollte ebenfalls sofort der Notruf verständigt werden, um möglicherweise noch rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.
