Die Polizeiinspektion St. Pölten Fremden- und Grenzpolizei (FGP) führte seit Ende September 2026 Ermittlungen gegen eine bislang unbekannte Tätergruppe durch, die im Verdacht steht, in der Nacht vom 25. auf den 26. September 2026 mehrere Einbruchsdiebstähle aus Fahrzeugen auf Autobahnrastplätzen entlang der A1 verübt zu haben. Die Täter nutzten gezielt die Nachtstunden, während die Opfer in ihren Fahrzeugen schliefen.
Im Rahmen der umfassenden Ermittlungen wurde zunächst ein dunkel lackierter Pkw mit serbischer Zulassung als mutmaßliches Täterfahrzeug identifiziert. Es stellte sich heraus, dass die angebrachten Kennzeichen sowie die Zulassung seit Ende 2025 aufgehoben waren.
Am 22. Oktober 2026, gegen 02:30 Uhr, wurde der Polizei ein weiterer Einbruchsdiebstahl auf dem Rastplatz Schallaburg an der A1 gemeldet. Durch die Auswertung der Videoüberwachung konnte ein blauer Pkw als Täterfahrzeug ermittelt werden. Bei einer anschließenden Kontrolle an der Raststation Völlerndorf entdeckten Polizeibeamte das Tatfahrzeug. Die Insassen des Fahrzeugs entzogen sich der Kontrolle und flüchteten auf der A1 in Richtung Wien.
Bei der Ausfahrt St. Pölten Süd verließen sie die Autobahn, fuhren jedoch als Geisterfahrer entgegen der Fahrtrichtung auf und setzten ihre Fahrt in Richtung Wien fort. Im Zuge der umgehend eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen wurde das Fahrzeug auf der S33 in Fahrtrichtung Krems erneut gesichtet, diesmal mit tschechischen Originalkennzeichen. Durch eine gezielte Kontrolle an der Abfahrt Herzogenburg Süd konnten zwei Insassen festgenommen werden.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 57-jährigen kosovarischen Staatsbürger und eine 59-jährige tschechische Staatsbürgerin. Während der Vernehmungen gestand der 57-Jährige, insgesamt 15 Diebstähle und Einbruchsdiebstähle aus verschiedenen Fahrzeugen begangen zu haben. Die 59-Jährige wies jedoch jegliche Mittäterschaft zurück. An der Auffahrtsrampe von der A1 auf die S33 wurden im Grünstreifen die abmontierten serbischen Kennzeichen sowie ein Teil des Diebesgutes gefunden und sichergestellt, das den Opfern bereits zurückgegeben wurde. Der Gesamtschaden durch die 15 Straftaten wird auf etwa 12.000 Euro geschätzt.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft St. Pölten wurde der 57-jährige Beschuldigte in die Justizanstalt St. Pölten und die 59-jährige Beschuldigte in die Justizanstalt Krems an der Donau eingeliefert.
