Landeskriminalamt Oberösterreich
Ein 58-jähriger Pflegeassistent des Klinikums Wels-Grieskirchen steht im Verdacht, von Januar bis März 2026 vier Patienten, die sich zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus befanden, bestohlen zu haben. Am 23. März 2026 wurde der Beschuldigte von einem aufmerksamen Nachbarn beobachtet, als er das Wohnhaus einer Patientin in Lambach betrat. Der Nachbar verständigte umgehend die Polizei. Beamte der Polizeiinspektion Lambach konnten den Mann im Wohnhaus antreffen und festnehmen. Der Beschuldigte erklärte, dass er die Katze der Patientin füttern wollte. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Wels wurde der bis dahin unbescholtene Beschuldigte aufgrund fehlender weiterer Beweise vorerst auf freiem Fuß angezeigt.
Kurze Zeit später meldete eine 75-jährige Frau aus dem Bezirk Grieskirchen den Diebstahl von Gold und weiteren Wertgegenständen, deren Gesamtwert sich auf mindestens 384.000 Euro beläuft. Das Landeskriminalamt Oberösterreich stellte daraufhin einen möglichen Zusammenhang mit dem Vorfall in Lambach her und leitete entsprechende Ermittlungen ein. Durch die Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung des Klinikums sowie weiteren Erhebungen erhärtete sich der Verdacht gegen den Pflegeassistenten.
Im Verlauf der Ermittlungen konnten dem Beschuldigten insgesamt fünf vergleichbare Straftaten zugeordnet werden. Den bisherigen Informationen zufolge entwendete der Beschuldigte von vier Patienten die Schlüssel zu deren Wohnhäusern. Mit diesen Schlüsseln führte er Einbrüche in die Wohnobjekte von drei Patienten durch, wobei Gold, Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von mindestens 391.000 Euro gestohlen wurden. Das erlangte Diebesgut nutzte der Beschuldigte, um unter anderem bestehende Kredite zu begleichen, ein Luxusfahrzeug für sich selbst und ein weiteres für seine Schwiegertochter zu kaufen sowie Schmuck und eine Reise zu finanzieren.
Bei einem weiteren Patienten brach der Beschuldigte den Versuch ab, in die Wohnung einzubrechen. Einem anderen Patienten entnahm er die Bankomatkarte samt PIN-Code und hob damit 1.500 Euro an einem Automaten ab. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wels wurde der Beschuldigte festgenommen und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Nach anfänglichem Leugnen gestand er im Zuge der polizeilichen Befragungen schließlich die ihm zur Last gelegten Taten.
