30. November 2025
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Graz

Mord an Influencerin Stefanie P. aus Graz: Ermittler zeichnen Ablauf nach

Graz/Slowenien – Der Fall der 31-jährigen Grazerin, die am 23. November als vermisst gemeldet und eine Woche später tot in Slowenien gefunden wurde, beschäftigt weiterhin die Öffentlichkeit. Am Sonntag, 30. November, traten Landespolizeidirektor Gerald Ortner, LKA-Chef Markus Haas, Maribors Kriminalpolizei-Leiter Stanko Vidovic und Staatsanwalt Christian Kroschl gemeinsam vor die Presse, um den bisherigen Ermittlungsverlauf erstmals vollständig darzustellen. Ihr Fazit: Die internationale Zusammenarbeit war entscheidend für die Aufklärung dieses tragischen Verbrechens.

Polizei ermittelt im Mordfall Grazer Influencerin
Foto LPD/Huber

Die zentrale Nachricht, die sie überbrachten, war jedoch von bedrückender Endgültigkeit: Der 31-jährige Ex-Freund der Vermissten ist geständig. Seine Angaben führten die slowenischen Beamten zu einem abgelegenen Waldstück, wo sie einen vergrabenen Koffer fanden. In diesem lag die Leiche der seit Tagen gesuchten Frau.

Eine Vermisstenmeldung entwickelt sich zum Verdachtsfall

Was an jenem Sonntag als routinemäßige Abgängigkeitsanzeige begann, wurde rasch zu einem Verdachtsfall. Die 31-Jährige Stefanie P. erschien nicht zu einem Termin in der Innenstadt, was ihre Arbeitskollegin sofort misstrauisch machte. Weil sie die Frau weder telefonisch erreichte noch eine Reaktion an der Wohnungstür erhielt, suchte sie die Adresse am Nachmittag erneut auf. Zu diesem Zeitpunkt meldete auch eine Nachbarin, dass der Hund ungewöhnlich aufgeregt bellen würde.

Als die Kollegin daraufhin den Ex-Freund kontaktierte, damit er sich um das Tier kümmere, schien noch alles offen. Doch ab 18:30 Uhr war klar, dass die Situation ernst war. Die Kollegin erstattete Abgängigkeitsanzeige, woraufhin eine Polizeistreife zur Wohnung fuhr. Dort trafen die Beamten auf den späteren Tatverdächtigen. Obwohl sie leichte Blutanhaftungen bemerkten, gab es zunächst keine eindeutigen Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Erst die Umfeldermittlungen der folgenden Stunden ließen Zweifel aufkommen und richteten den Fokus zunehmend auf den Ex-Lebensgefährten.

Fahrten nach Slowenien sorgen für neuen Ermittlungsdruck

Das Bild verdichtete sich weiter, als der Verdächtige plötzlich nicht mehr erreichbar war und Recherchen ergaben, dass er mehrfach mit seinem Pkw nach Slowenien gereist war. Diese Feststellungen bedeuteten für die Ermittler einen Wendepunkt, denn ab diesem Zeitpunkt gingen sie von einem möglichen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden der Frau und den Grenzfahrten aus.

Nur einen Tag später bestätigten die slowenischen Behörden, dass in der Nähe eines Casinos ein brennendes österreichisches Auto entdeckt wurde. Der Besitzer – der gesuchte 31-Jährige – befand sich in unmittelbarer Nähe und wurde festgenommen. Ein europäischer Haftbefehl folgte, und die Vorbereitungen zur Auslieferung wurden eingeleitet.

Suchaktionen, Vernehmungen und viele offene Fragen

Parallel zur Festnahme starteten österreichische und slowenische Ermittler große Suchaktionen in einem Waldgebiet südlich von Maribor, das aufgrund familiärer Verbindungen des Verdächtigen in den Fokus gerückt war. Trotz intensiver Bemühungen blieb die Suche an den ersten beiden Tagen ohne Ergebnis.

Währenddessen häuften sich Hinweise aus der Bevölkerung, die alle überprüft werden mussten. Zugleich nahmen die Ermittler zwei Männer aus dem Umfeld des Tatverdächtigen fest, weil sich der Verdacht ergab, dass sie in das Verschwinden der 31-Jährigen involviert sein könnten. Doch ihre Vernehmungen blieben erfolglos – sie machten keinerlei Angaben.

Auch die kriminaltechnischen Untersuchungen am ausgebrannten Pkw des 31-Jährigen brachten zunächst keinerlei Spuren, die auf den Verbleib der Vermissten hindeuteten. Die Ermittlungen gestalteten sich damit weiterhin schwierig und umfangreich.

Die entscheidende Wende: Ein Geständnis nach der Auslieferung

Erst als der Verdächtige am Freitag, 28. November, nach Österreich ausgeliefert wurde, veränderte sich die Lage grundlegend. Die Ermittler begannen sofort mit umfangreichen Einvernahmen. Nach langen Stunden brach der 31-Jährige schließlich sein Schweigen.

Am Samstag, 29. November, legte er ein Geständnis ab und nannte den Ort, an dem die Polizei suchen solle. Diese Information setzte sofort eine zielgerichtete Suchaktion der slowenischen Polizei in Gang. Noch am selben Tag fanden die Beamten in einem Waldstück einen vergrabenen Koffer. Darin lag die Leiche der vermissten Grazerin.

Die Staatsanwaltschaft beantragte umgehend, den Leichnam nach Graz zu überführen, damit die Gerichtsmedizin die genaue Todesursache klären kann. Gleichzeitig wurden die zwei zuvor festgenommenen Männer aus Mangel an Haftgründen wieder entlassen.

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Zum Abschluss der Pressekonferenz betonten die Verantwortlichen den außergewöhnlich engen Austausch zwischen den österreichischen und slowenischen Behörden.

Landespolizeidirektor Ortner sprach den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus und dankte allen Einsatzkräften für ihr professionelles Vorgehen.
Maribors Kriminaldirektor Vidovic schilderte die intensiven Suchmaßnahmen und bestätigte den Fund auf slowenischem Staatsgebiet.
Staatsanwalt Kroschl ergänzte, dass der Hauptverdächtige mittlerweile in der Justizanstalt Graz-Jakomini sitzt und ein Antrag auf Untersuchungshaft gestellt wurde. Weitere Ermittlungen – insbesondere zum Motiv – sind im Laufen.

Die Aufarbeitung dieses Falles ist damit noch nicht abgeschlossen, doch die Ereignisse der vergangenen Tage zeigen, wie detailliert und verbindlich europäische Ermittlungsarbeit funktionieren kann.

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