27. Januar 2026
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Graz

Klimawandel: Graz und Győr setzen auf hitzeresiliente Stadtentwicklung

Der Klimawandel nimmt im Interreg-Programmgebiet Österreich-Ungarn zunehmend spürbare Formen an, insbesondere durch häufigere und intensivere Hitzewellen. Städte wie Graz und Győr sind hiervon besonders betroffen; ihre dichte Bebauung und die hohe Versiegelung der Flächen führen zu erheblichen Erhöhungen der Temperaturen. In diesen urbanen Räumen entstehen markante Wärmeinseln, die nicht nur die Umgebung aufheizen, sondern auch ernsthafte Gesundheitsrisiken mit sich bringen.

Während extremer Hitzewellen treten vermehrt gesundheitliche Probleme auf, wie Kreislaufbeschwerden, Dehydrierung und allgemeine Erschöpfung. Die Krankenhauseinweisungen steigen aufgrund der Belastungen, auch die hitzebedingte Sterblichkeit nimmt zu. Besonders gefährdete Gruppen sind Senioren, Kinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie sozial benachteiligte Personen, die oft nicht in der Lage sind, sich adäquat vor der Hitze zu schützen.

Zudem ist erkennbar, dass die bestehenden kommunalen Strukturen in den Bereichen Gesundheit, Sozialwesen, Stadtplanung und Katastrophenschutz bislang nur unzureichend auf diese Herausforderungen reagieren. Vorhandene Maßnahmen wie Warnsysteme und Klimaschutzstrategien sind oftmals isoliert und nicht ausreichend auf eine praktische Umsetzung in den einzelnen Stadtvierteln ausgerichtet. Der Hitzeaktionsplan der Stadt Graz zeigt, dass der Bezirk Lend, in dem sich auch die Gesundheitsdrehscheibe befindet, besonders anfällig für die steigenden Hitzetage (49 Tage im Jahr 2024) und nächtlichen Tropenbedingungen (38 Nächte im Jahr 2024) ist. Hier lebt auch ein großer Anteil besonders schutzbedürftiger Menschen.

Das Projekt „Hitzeresistente Städte“ setzt an dieser kritischen Situation an und widmet sich der besonderen Herausforderung, die der Klimawandel für vulnerable Gruppen darstellt. Es zielt darauf ab, Organisationen und Verwaltungen zu stärken und baut Brücken zwischen Forschung, angewandter Praxis und politischer Verwaltung in einer strukturierten grenzüberschreitenden Kooperation.

Die Initiierung von Graz als führender Partner ermöglicht es, innovative Lösungen zu entwickeln und zu erproben, die speziell auf die Bedürfnisse vulnerabler Gruppen in der Stadt abgestimmt sind. Diese Maßnahmen tragen maßgeblich zu einer gesünderen, sichereren und resilienteren urbanen Umgebung bei.

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