In den Monaten Mai und Juni 2026 wurden in den Bezirken Gänserndorf, Tulln, Mistelbach und Hollabrunn vermehrt Einbruchsdiebstähle in Geschäftslokalen registriert. Diese Taten wurden überwiegend von zwei bis drei unbekannten Tätern begangen und wiesen einen ähnlichen Modus Operandi auf. Die Täter drangen vornehmlich in Apotheken, Restaurants und verschiedene Fachgeschäfte im städtischen Bereich ein. Nach dem Eindringen durchsuchten sie die Räumlichkeiten nach verwertbarem Diebesgut und entwendeten hauptsächlich Bargeld, Mobiltelefone sowie Zigaretten.
Durch intensive Ermittlungen und die enge Zusammenarbeit mit den betroffenen Polizeiinspektionen konnte das Landeskriminalamt Niederösterreich, Ermittlungsbereich Diebstahl, eine fünfköpfige Tätergruppe ausforschen. Diese setzte sich aus vier marokkanischen Staatsangehörigen im Alter zwischen 19 und 28 Jahren und einem libanesischen Staatsangehörigen zusammen. Der Gruppe konnten insgesamt 49 Einbruchsdiebstähle in Niederösterreich, Wien und Oberösterreich zugeordnet werden, wobei der Gesamtschaden rund 104.000 Euro beträgt (40.000 Euro Diebesgut, 64.000 Euro Sachschaden). Die Täter lernten sich in der Bundesbetreuungseinrichtung Traiskirchen kennen und verabredeten sich zur Begehung der Straftaten. Die An- und Abreise zu den Tatorten erfolgte ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Am 10. Juni 2026, gegen 01:45 Uhr, wurde der libanesische Beschuldigte bei einem Einbruchsdiebstahl in eine Drogeriefiliale im Gemeindegebiet Ebreichsdorf von Bediensteten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) Niederösterreich festgenommen. Gegen die weiteren Beschuldigten wurden von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt Festnahmeanordnungen sowie Europäische Haftbefehle ausgestellt. Mit Ausnahme des 28-jährigen marokkanischen Beschuldigten, dessen Aufenthaltsort derzeit unbekannt ist, konnten alle anderen Verdächtigen festgenommen werden. Bei den durchgeführten Einvernahmen zeigten sich die Beschuldigten teilweise geständig und wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt in die dortige Justizanstalt überstellt.
