Im vergangenen Jahr wurden in Niederösterreich aufgrund von Übertretungen im Schwerverkehr nahezu 83.600 Anzeigen erstattet. Besonders bemerkenswert ist, dass seit Jahresbeginn im Bereich der Westautobahn keine Festnahmen im Zusammenhang mit Schlepperaktivitäten verzeichnet wurden.
Die Kontrolle des Schwerverkehrs stellt eine wesentliche Aufgabe der Verkehrspolizei dar, um die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten. Die Bundespolizei führt diese Kontrollen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Verkehrsbehörden durch und nutzt dabei moderne Technik, was zu einer signifikanten Steigerung der Kontrollerfolge in den vergangenen zwei Jahren geführt hat.
Seit dem 1. Juli 2026 gelten EU-weit erweiterte Regelungen für Ruhezeiten und Fahrtenschreiber im Schwerverkehr. Für gewerblich genutzte Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen im internationalen Verkehr sind nun intelligente Fahrtenschreiber der zweiten Generation (G2V2) verpflichtend.
Im Rahmen dieser Entwicklungen besuchte Innenminister Gerhard Karner am 6. Juli 2026 die Landesverkehrsabteilung in Wolfsbach. Dort wurden in diesem Schwerpunkt 80 Anzeigen, zwölf Organmandate, elf Untersagungen der Weiterfahrt, zehn Einhebungen von Sicherheitsleistungen, sechs Kennzeichenabnahmen sowie die Feststellung von zwei illegal aufhältigen Fremden mit Ausreiseverpflichtung registriert.
Die Einführung einer neuen Kontrollsoftware im Jahr 2024 hat dazu geführt, dass die Anzahl der festgestellten Übertretungen ansteigt. Im Jahr 2025 wurden bei 15.935 Kontrollen insgesamt 83.560 Anzeigen erstattet, wobei etwa die Hälfte der Verstöße die Lenk- und Ruhezeiten betraf. Die verbesserte Software ermöglicht durch erweiterte technische Funktionen eine präzisere Erfassung von Übertretungen, wodurch zwar einzelne Kontrollen länger dauern, aber treffsicherer sind.
Des Weiteren werden die Verkehrskontrollplätze in Niederösterreich auch für fremdenpolizeiliche Maßnahmen genutzt. Dies dient der Bekämpfung der Schleppermafia. Die Zahl der Aufgriffe an der ehemals stark belasteten burgenländisch-ungarischen Grenze ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken, mit lediglich sechs Aufgriffen im Burgenland in der letzten Woche. Die Entwicklung in Niederösterreich spiegelt sich ebenfalls in den bisherigen Schlepperfestnahmen wider, da seit Jahresbeginn in diesem Bereich keine Festnahmen an der Westautobahn stattgefunden haben. Innenminister Karner unterstrich bei seinem Besuch in Wolfsbach die zentrale Bedeutung der Sicherheit für alle Maßnahmen, sowohl bei der Bekämpfung der Schleppermafia als auch bei den Kontrollen im Schwerverkehr.
