Am 6. September 2026 ereignete sich gegen 17:30 Uhr ein Vorfall im Bezirk Gmunden, bei dem eine Seilschaft in eine Gletscherspalte im Bereich der Randkluft am Hohen Dachstein stürzte. Zwei Männer aus Deutschland im Alter von 32 und 39 Jahren hatten am Samstag Nachmittag den Gipfel des Hohen Dachstein nach dem Aufstieg über den „Schulteranstieg“ erreicht. Für den Abstieg entschieden sie sich für die Route über den „Randkluftsteig“. Beide waren angemessen für die Klettersteige ausgerüstet und hatten bis zu diesem Zeitpunkt keine nennenswerten Schwierigkeiten.
Der Randkluftsteig endet jedoch auf einer Höhe von 2700 Metern im oberen Bereich des stark durch Spalten geprägten Hallstätter Gletschers. Die beiden Männer beschlossen, das etwa 40 Grad steile Eisfeld als Gletscherseilschaft, verbunden durch ein 10 Meter langes Seil, gemeinsam zu begehen. Nach wenigen Metern auf dem steil abfallenden Gletscher verlor der Hintere der Seilschaft den Halt und stürzte. Dadurch wurde auch der vordere Bergsteiger mitgerissen, und beide fielen in eine tieferliegende Gletscherspalte.
Trotz schwerer Verletzungen konnte einer der beiden einen Notruf absetzen. Bergretter aus der Steiermark sowie Alpinpolizisten aus Oberösterreich wurden mittels der Dachstein Südwandbahn und eines Polizeihubschraubers zum Unfallort entsandt. Die ersten Einsatzkräfte trafen nach etwa einer Stunde am Unfallort ein und stellten fest, dass die beiden Bergsteiger schwer verletzt rund 15 Meter tief in einer schwer zugänglichen Gletscherspalte lagen. Aufgrund von starkem Wind, Nebel und einsetzender Dunkelheit war eine Rettung mit einem Notarzthubschrauber nicht möglich. Daher wurden Bergretter zur Erstversorgung in die Spalte abgeseilt, während parallel dazu ein aufwändiger terrestrischer Abtransport vorbereitet wurde. Erst gegen 3 Uhr konnte der letzte Verletzte an einem geeigneten Landeplatz an einen nachtflugtauglichen Notarzthubschrauber übergeben werden.
