Am 22. November 2024, gegen 13:20 Uhr, kam es in Brunnkirchen im Bezirk Krems zu einem Raubüberfall auf einen 67-jährigen Mann in dessen Wohnung. Der Täter, zu diesem Zeitpunkt unbekannt, bedrohte das Opfer und verletzte es mit mehreren Messerstichen im Brustbereich. Er entnahm mehrere Armbanduhren und entkam in unbekannte Richtung.
Das Opfer erlitt lebensbedrohliche Verletzungen und wurde in das Universitätsklinikum St. Pölten gebracht, wo eine Notoperation durchgeführt wurde.
Die Ermittlungen wurden von der Raubgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich aufgenommen, während die Tatortgruppe die Spurensicherung durchführte. Durch umfangreiche Ermittlungen konnte am Abend des 23. November 2024 ein 26-jähriger österreichischer Staatsbürger aus Wien als Beschuldigter identifiziert werden. Er wurde in Linz durch die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität festgenommen.
Bei der Beschuldigteneinvernahme gestand der Verdächtige umfassend und wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Krems in die Justizanstalt Krems überstellt.
Im Rahmen weiterer Ermittlungen konnte dem Beschuldigten auch ein Diebstahl im Sommer 2024 in Wien nachgewiesen werden, bei dem vier hochwertige Armbanduhren im Gesamtwert von ca. 93.000 Euro entwendet wurden. Zudem wurde ihm eine gefährliche Drohung mit einer Faustfeuerwaffe während eines Vorfalls an einer Tankstelle in Wien am 21. November 2024 zur Last gelegt.
Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs des Verdächtigen, das er zum Zeitpunkt seiner Festnahme benutzte, wurden ca. 900 g Kokain und eine beträchtliche Summe Bargeld sichergestellt. In Folge dessen leitete das Landeskriminalamt Niederösterreich Ermittlungen aufgrund des Suchtmittelkriminalitätsbereichs ein.
Dem Beschuldigten wurden zudem der Schmuggel und die Weitergabe von ca. 10 kg Kokain im Straßenverkaufswert von etwa 500.000 Euro sowie jeweils 2 kg Ecstasy und Amphetamin im Gesamtwert von 60.000 Euro nachgewiesen.
Im Zuge operativer Maßnahmen und umfangreicher Ermittlungen sowohl im In- als auch im Ausland wurde ein 42-jähriger niederländischer Staatsbürger als Hintermann und Auftraggeber identifiziert. Er wurde aufgrund eines Europäischen Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Krems in den Niederlanden festgenommen und am 1. Juli 2025 nach Österreich ausgeliefert. Der 42-Jährige gestand bei seiner Vernehmung nicht und wurde ebenfalls auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Krems in die Justizanstalt Krems überstellt.
In der Hauptverhandlung beim Landesgericht Krems, die Mitte Dezember 2025 stattfand, wurde der 26-jährige Haupttäter zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt 16 Jahren verurteilt, während der 42-jährige niederländische Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt wurde. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
