Am 5. September 2025, gegen 06:50 Uhr, betraten drei bislang unbekannte, mit Schlauchtüchern maskierte Täter ein Wohnhaus einer Familie in Amstetten. Die Täter waren mit einer Faustfeuerwaffe und einer Eisenstange bewaffnet und hatten das Wohnhaus zuvor mehrfach observiert.
Im Inneren des Hauses trafen sie auf die 74-jährige Hausbesitzerin, die zu diesem Zeitpunkt allein im Wohnbereich war. Die Täter bedrohten sie mit der Waffe und der Eisenstange, fixierten sie gewaltsam und forderten die Herausgabe von Bargeld. Im Anschluss suchten sie den Wohnbereich systematisch nach Wertgegenständen ab, entwendeten eine geringe Menge Bargeld sowie eine Kreditkarte. Während dieser Zeit hielten sie das Opfer fortlaufend fest. Kurz bevor sie die Frau mit Kabelbindern fesseln konnten, wurden sie durch das zufällige Eintreffen eines Spediteurs überrascht, der an der Tür läutete. Daraufhin flüchteten die Täter hastig aus dem Wohnhaus. Die 74-Jährige wurde nicht verletzt, leidet jedoch weiterhin unter den psychischen Folgen des Überfalls.
Im Rahmen der unmittelbar nach dem Vorfall eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen wurden am selben Tag, gegen 08:05 Uhr, im Stadtgebiet von Amstetten zwei tatverdächtige Personen festgestellt. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 58-jährigen kosovarischen Staatsbürger und einen 55-jährigen albanischen Staatsbürger, beide ohne aufrechten Wohnsitz in Österreich. Als die Verdächtigen die Polizeibeamten bemerkten, flüchteten sie über ein Wiesengebiet. Der 58-jährige Verdächtige eröffnete aus kurzer Distanz das Feuer auf zwei Polizisten, die daraufhin einen Schuss in Richtung des Angreifers abgaben. Letztendlich wurden beide Tatverdächtigen am Ort des Geschehens von der Polizei festgenommen, ohne dass es zu Verletzungen kam. Bei einer nachfolgenden Durchsuchung im Umfeld der Tatörtlichkeit wurde das bei dem Überfall verwendete Tatfahrzeug in einem Waldstück entdeckt und sichergestellt.
Zusätzlich sind die Beschuldigten auch für mehrere Einbruchsdiebstähle verantwortlich, die zwischen dem 24. Juli und dem 28. August 2025 in den Bezirken Melk und Amstetten stattfanden. Dabei erlangten die Täter durch Einsatz von Werkzeugen gewaltsamen Zugang zu Wohnbereichen und entwendeten Wertgegenstände im Gesamtwert von etwa 125.000 Euro. Die Ermittlungen dazu wurden in Kooperation zwischen den Polizeiinspektionen und dem Landeskriminalamt Niederösterreich geführt.
Ein dritter Verdächtiger, ein 49-jähriger kosovarischer Staatsbürger, wurde im Zuge umfassender Ermittlungen als dringend tatverdächtig identifiziert und am 8. September 2025 in Aschbach festgenommen. Bei der Festnahme wurden die beim Überfall getragenen Schuhe sowie ein erheblicher Bargeldbetrag sichergestellt. Während der Durchsuchung der von der Tätergruppe genutzten Unterkunft im Bezirk Amstetten konnten zudem Teile des Diebesguts entdeckt werden. Der 49-Jährige zeigte sich in Bezug auf den schweren Raub umfassend geständig und teilgeständig bei den Einbrüchen.
Die beiden anderen Beschuldigten verweigerten bisher die Aussage. Alle Tatverdächtigen wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft St. Pölten in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert. Die beiden Anfang Oktober festgenommenen Täter haben einschlägige Vorstrafen, darunter schwere Delikte wie Raub und Einbruchsdiebstahl.
