Deutschlandsberg | Frauental. – Ein 48-Jähriger wurde von der Polizei festgenommen. Er steht im Verdacht, seine Lebensgefährtin mit einem Messer bedroht und ein gegen ihn erlassenes Betretungs- und Annäherungsverbot mehrfach verletzt zu haben. In der Nacht zum 30. Juli 2026 kam es in der gemeinsamen Wohnung des Paares zu einem Streit. Dabei soll der 48-Jährige seine Lebensgefährtin mit einem etwa 30 Zentimeter langen Küchenmesser bedroht und gedroht haben, sie umzubringen. Aus Angst alarmierte die Frau umgehend die Polizei.
In der Folge wiesen die Beamten den Mann mit einem Betretungs- und Annäherungsverbot (§ 38a SPG) aus der Wohnung, um die Frau zu schützen. Der anscheinend alkoholisierte 48-Jährige zeigte sich uneinsichtig und kehrte in derselben Nacht mehrfach zurück. Dabei versuchte er unter anderem lautstark, durch Schläge gegen Fenster und eine Terrassentür in die Wohnung zu gelangen. Nachdem wiederholte Wegweisungen und Belehrungen nicht fruchteten, nahmen die Polizisten ihn bei seiner dritten Rückkehr fest. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz wurde der 48-Jährige in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Er sieht sich dem Verdacht der gefährlichen Drohung sowie mehrfacher Missachtung des Betretungs- und Annäherungsverbots gegenüber.
Betretungs- und Annäherungsverbote zählen zu den wesentlichen polizeilichen Sofortmaßnahmen zum Schutz gefährdeter Personen bei Gewalt in der Privatsphäre. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in der Steiermark insgesamt 768 solcher Maßnahmen ergriffen. Dies liegt leicht unter dem Vorjahreswert von 798 und entspricht dem Niveau der vergangenen Jahre. Obwohl die Anzahl der ausgesprochenen Verbote keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die tatsächliche Entwicklung von Gewalt in der Privatsphäre zulässt, steht sie doch für das konsequente polizeiliche Handeln zum Schutz gefährdeter Personen.
