Die kriminalpolizeiliche Anzeigestatistik für Niederösterreich im Jahr 2025 weist auf einen leichten Anstieg der Gesamtkriminalität hin, während die Aufklärungsquote im Vergleich zu 2024 unverändert bei 54,6 Prozent blieb. Landespolizeidirektor Franz Popp hebt hervor, dass die engagierte Arbeit der Polizei maßgeblich zur Sicherheitslage und zum Vertrauen der Bevölkerung beiträgt. Die Medien spielen eine wesentliche Rolle, indem sie die Arbeit der Polizei sachlich begleiten.
Im Jahr 2025 wurden in Niederösterreich insgesamt 76.838 angezeigte Delikte registriert, was einem Anstieg um 0,7 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Es konnten 50.993 Tatverdächtige identifiziert werden, wobei der Anteil ausländischer Tatverdächtiger von 41,8 Prozent in 2024 auf 40,8 Prozent in 2025 fiel.
Bei den Eigentumsdelikten, die mit 21.627 Fällen um 4,9 Prozent gesenkt wurden, waren die häufigsten Tatorte öffentliche Plätze, Straßen sowie Wohnhäuser. Besonders signifikant war der Rückgang bei Einbruchsdiebstählen in Wohnhausanlagen und Kellern. Zudem ging die Zahl der Kfz-Diebstähle auf 322 Fälle zurück, was einem Minus von 15,9 Prozent entspricht.
Im Bereich der Gewaltkriminalität stieg die Zahl der angezeigten Fälle um 2,3 Prozent auf 11.128. Bei den Gewaltdelikten gab es in 62,7 Prozent der Registrierungen ein bekanntschaftliches Verhältnis zwischen Tätern und Opfern. Die Anzahl der angezeigten Vergewaltigungen sank um 3,0 Prozent, während bei Raubdelikten ein Minus von 32,4 Prozent festgestellt wurde.
Die Internetkriminalität stieg im Vergleich zu 2024 um 12,5 Prozent auf 11.030 Fälle. Besonders der Bereich Cybercrime verzeichnete mit 3.341 Anzeigen einen Anstieg von 32,6 Prozent. Im Gegensatz dazu sanken die Fälle von Internet-Erpressung um 18,0 Prozent.
Die Suchtmittelkriminalität ging auf 4.043 Fälle zurück, während die Wirtschaftskriminalität auf 17.099 Delikte anstieg. Betrugsdelikte machen dabei den größten Anteil aus und stiegen um 7,4 Prozent.
Im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität ist insgesamt ein Anstieg der Tatverdächtigen unter 21 Jahren zu verzeichnen, während in bestimmten Altersgruppen, wie den 14- bis unter 18-Jährigen, ein Rückgang festgestellt wurde. Die häufigsten Delikte in dieser Altersgruppe sind Körperverletzung, Sachbeschädigung und Betrug.
Die Statistik verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die Polizei in Niederösterreich steht, insbesondere in Bezug auf die Bekämpfung von Kinder- und Jugendkriminalität sowie Betrugsdelikten.
