Am 19. September 2026 unternahmen ein 51-jähriger und ein 48-jähriger tschechischer Staatsbürger eine Klettertour in den Lienzer Dolomiten, konkret im Gemeindegebiet von Tristach. Gemeinsam entschieden sie sich für die Route „Pettauer Verschneidung“ am Gamskopf, welche eine Länge von etwa 300 Metern, sechs Seillängen und einen Schwierigkeitsgrad von 4+ aufweist.
Die beiden Kletterpartner erreichten gegen 11:00 Uhr den Einstieg der Tour und durchstiegen diese im Überschlag. Sie waren mit einer vollständigen Kletterausrüstung ausgestattet. Aufgrund des teilweise brüchigen Felsens und der schwierigen Routenfindung gelang es ihnen jedoch erst gegen 20:00 Uhr, den Gipfel zu erreichen. Im Anschluss planten sie, über die bestehende Abseilpiste ins Tal abzusteigen. Da sie jedoch keine Stirnlampen dabei hatten und die Dunkelheit bereits eingesetzt hatte, konnten sie die Abseilroute nicht mehr finden.
Angesichts ihrer Situation verständigten die beiden Alpinisten einen Bekannten, der sich auf der Karlsbaderhütte befand. Dieser leitete daraufhin die Rettungsmaßnahmen ein. Ein Voraustrupp der Bergrettung und der Alpinpolizei machte sich von der Karlsbaderhütte auf den Weg zu den Kletterern. Parallel wurde ein Notarzthubschrauber zur Unterstützung und Bergung alarmiert. Der Hubschrauber konnte die beiden tschechischen Staatsbürger mittels Tau aus der Wand bergen und sie sicher in den Hubschrauber bringen. Zu diesem Zeitpunkt war der Voraustrupp bereits bis in das obere Drittel der Wand zu den Kletterern aufgestiegen. Schließlich wurden die beiden Alpinisten unverletzt am Flugplatz Nikolsdorf abgesetzt. In den Einsatz waren 14 Mitglieder der Bergrettung Lienz sowie die Alpinpolizei Lienz involviert.
