Internationale Einbrecherbande enttarnt: Jogger als Tarnung

Nach intensiven Ermittlungen hat das Landeskriminalamt (LKA) Steiermark eine international agierende Gruppe von Tätern identifiziert. Fünf Männer aus Chile werden verdächtigt, für zahlreiche Einbrüche in Wohnhäuser und Villen in Österreich sowie in mehreren anderen europäischen Ländern verantwortlich zu sein. Der finanzielle Schaden beläuft sich auf einen Millionenbetrag. In diesem Zusammenhang gab es mehrere Festnahmen.

Seit Juni 2025 ermitteln Kriminalbeamte im Ermittlungsbereich „Diebstahl“ gegen die zunächst unbekannte Gruppe. Diese steht im Verdacht, auf professionelle Weise in Wohnhäuser und Villen eingebrochen zu sein, wobei hauptsächlich Bargeld, Schmuck und Uhren gestohlen wurden. Durch umfassende Ermittlungen, einschließlich der Zusammenarbeit mit Kriminalanalysten, gelang es den steirischen Ermittlern, die Spur zu einer international agierenden Tätergruppe aus Südamerika zu verfolgen. An den Ermittlungen waren auch Polizeiinspektionen, die Landeskriminalämter von Niederösterreich, Salzburg und Wien sowie das Bundeskriminalamt (BK) beteiligt. Innenminister Gerhard Karner betonte die Bedeutung der professionellen Zusammenarbeit der Ermittler und die Zuverlässigkeit der österreichischen Polizei.

Durch enge Kooperation mit der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt konnten die Tatverdächtigen aus Chile bereits Ende Juli des vergangenen Jahres bei ihrer Einreise nach Österreich beobachtet werden. Im Rahmen bundeslandübergreifender Observationsmaßnahmen der Einsatzgruppen zur Bekämpfung der Straßenkriminalität aus Wien, Salzburg und Steiermark wurde das Fahrzeug der Täter sowie eine vorübergehend angemietete Unterkunft in Wien-Favoriten festgestellt und überwacht.

Am 30. Juli 2025 verließen drei der Verdächtigen die Unterkunft und wurden von zivilen Fahndern auf der A2 bis nach Oberwaltersdorf in Niederösterreich verfolgt. Dort stiegen zwei der Männer, als Jogger getarnt, aus dem Fahrzeug aus und bewegten sich in einen luxuriösen Wohnpark. In diesem Bereich wurde kurz darauf ein versuchter Einbruch in eine Villa festgestellt. Auch in Sollenau (Bezirk Wiener Neustadt) brachen die Täter mit derselben Methode in ein Wohnhaus ein, während der Fahrer wartete.

Nach dem erfolgten Einbruch kehrten die Verdächtigen mit einer Beute aus Wertgegenständen und Goldschmuck zur Mietwohnung in Wien zurück, wo sie von Polizeibeamten verhaftet wurden. Bei der Festnahme konnten Einbruchswerkzeug und Diebesgut sichergestellt werden. Weitere Ermittlungen wurden anschließend bundesweit vom LKA Steiermark übernommen.

Die Ermittlungen ergaben, dass die fünf Chilenen im Alter zwischen 19 und 39 Jahren in wechselnder Personenzusammensetzung über Italien nach Westeuropa und Österreich eingereist waren. Sie verwendeten wechselnde Leihfahrzeuge und mieteten Unterkünfte unter falschem Namen in der Nähe der ausgekundschafteten Wohnobjekte. Insgesamt werden den fünf Männern mindestens zwölf Einbruchsdiebstähle in Österreich sowie 30 weitere Einbrüche in Deutschland, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz vorgeworfen. Die Beute soll anschließend in Mailand verkauft worden sein. Der geschätzte Schaden beläuft sich im einstelligen Millionenbereich.

Die tatverdächtigen Personen sind nicht geständig. Während die Fahndung nach einem der namentlich bekannten Verdächtigen weiterhin läuft, befinden sich die anderen vier in der Justizanstalt Wiener Neustadt in Haft und warten auf ihre Hauptverhandlung.

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