Beamte des Landeskriminalamtes Niederösterreich haben seit Jänner 2026 Untersuchungen gegen eine mutmaßliche serbische Gruppe im Bezirk Baden durchgeführt, die in großem Umfang Suchtmittel nach Österreich schmuggeln und lagern soll. Die Ermittler identifizierten einen 38-jährigen serbischen Staatsbürger als Hauptverdächtigen.
Am 20. April 2026, in den Morgenstunden, kam es in einer Wohnung in Enzesfeld-Lindabrunn zu einem Zwischenfall zwischen dem 38-Jährigen und einem zunächst unbekannten Mann. Der 38-Jährige floh blutüberströmt aus der Wohnung, was ein Zeuge beobachtete und die Polizei informierte. Die Beamten konnten den 40-jährigen serbischen Staatsbürger als den unbekannten Täter ermitteln und noch am Tatort festnehmen. Während der Fahndung wurde auch der flüchtige 38-Jährige von Polizisten aufgegriffen. Er erlitt schwere Verletzungen und wurde ins Universitätsklinikum Wr. Neustadt gebracht.
Weitere Ermittlungen ergaben, dass der 38-Jährige bereits im Dezember 2025 aufgrund von Geldschulden, die durch Suchtmittelverkäufe entstanden waren, vom 40-Jährigen schwer verletzt worden war. Aufgrund offener Schulden kam es am 20. April 2026 erneut zu einem Konflikt.
Bei der Befragung gestand der 38-Jährige, dass er im Zeitraum von Sommer 2024 bis April 2026 insgesamt 15 Kilogramm Kokain an Abnehmer in Österreich sowie 8 bis 9 Kilogramm an Abnehmer in Deutschland, Tschechien, Slowenien und Ungarn im Auftrag des 40-Jährigen verkauft hatte.
Im Rahmen mehrerer Hausdurchsuchungen und Fahrzeugkontrollen konnten die Ermittler mit Unterstützung eines Diensthundes 7 Kilogramm Kokain und 8 Kilogramm Cannabisharz sicherstellen, deren Straßenverkaufswert auf etwa 645.000 Euro geschätzt wird.
Der 40-jährige Beschuldigte verweigerte die Aussage. Beide Männer wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in die Justizanstalt Wien-Josefstadt gebracht.
