Im Zeitraum von November 2023 bis Oktober 2025 kam es in Wien zu umfangreichen Ermittlungen des Kriminalreferats Josefstadt und der Polizeiinspektion Otto-Wagner-Platz. Diese führten zur Aufklärung von über 1.300 Betrugshandlungen. Eine Tätergruppe, bestehend aus einem österreichischen Staatsbürger und zehn rumänischen Staatsangehörigen im Alter von 19 bis 50 Jahren, konnte identifiziert werden.
Die Verdächtigen reisten in Paaren oder Gruppen von Bukarest nach Wien, um dort Ferienwohnungen zu mieten. Mithilfe von Wertkartenmobiltelefonen erstellten sie E-Mail-Adressen, über die sie Waren an verschiedenen Abholstationen bestellten. Die nicht bezahlten Artikel wurden anschließend nach Bukarest transportiert und dort auf einem Schwarzmarkt verkauft. Zu den betroffenen Waren zählten Spirituosen, verschiedene Lebensmittel und Genussmittel, Naturkosmetikprodukte, Kleidungsstücke sowie Energieträger. Es konnten insgesamt 13 Tatorte in Wien und drei in Deutschland identifiziert werden. Im Zuge der Ermittlungen wurden 13 Datenträger beschlagnahmt, auf denen 48 E-Mail-Adressen, 56 Telefonnummern und elf Benutzerkonten eines Paketzustellers ermittelt wurden.
Der Gesamtschaden beläuft sich auf etwa 160.000 Euro, wobei insgesamt 311 Firmen geschädigt wurden. Am 8. Oktober 2025 um 10:45 Uhr konnten zwei der elf Verdächtigen in der Eyzinggasse im Bezirk Simmering auf frischer Tat ertappt und festgenommen werden. Bei der Festnahme wurden neun verdächtig beschaffte Pakete sowie mehrere Mobiltelefone und ein Tablet sichergestellt. Eine weitere Person wurde in Rumänien festgenommen, während die Fahndung nach den restlichen Tatverdächtigen, die ebenfalls in Bukarest vermutet werden, weiterhin läuft. Die in Wien festgenommenen Verdächtigen wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt gebracht.
