Dachgärten verwandeln nicht nur graue Flächen in grüne Lebensräume, sondern sie erhöhen die Lebensqualität in vielfacher Hinsicht. Sie bieten attraktive Erholungsflächen mit Aussicht in der unmittelbaren Wohnumgebung; Dachgärten helfen mit, die Stadt zu kühlen und sie sind ein Ort, an dem sich Menschen treffen können.

Grünflächen sind in Städten ein knappes Gut und die Zahlen zeigen, dass sich dieser Trend noch verstärken wird. “Rund 60 % der Menschen leben derzeit in Städten und dieser Anteil wird bis 2050 auf 70% steigen”, erklärt der steirische Landesrat Hans Seitinger. Gemeinsam mit dem Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl startet er eine neue Initiative, um den Bau von Dachgärten in Graz zu forcieren. Sie beauftragten das Institut für Wohnbauforschung mit einer Studie, um das Potenzial dieser Grünflächen auszuloten. Die Ergebnisse dieser Studie wurden am 27. August 2020 öffentlich präsentiert.

Neue Ideen für eine grünere Stadt

“Dachgärten tragen zur Klimaregulierung bei, sie sind auch ein Speicher, der mithilft Hochwasser zu vermeiden. Außerdem erfüllen Dachgärten soziale Funktionen, wenn zum Beispiel gemeinsam Gemüse angebaut wird”, nennt Landesrat Hans Seitinger einige weitere Vorteile. “Die Klima- und die Coronakrise zeigen uns deutlich: Wir müssen neue Wege finden, wir brauchen neue Ideen. Dachgärten sind nach der Fassaden- und Dachbegrünung eine weitere Möglichkeit, die Stadt grüner zu machen”, betont Bürgermeister Siegfried Nagl. Bereits bestehende Projekte wie das Gebäude “Eggenberge” stellen die Vorteile von Dachgärten bereits unter Beweis. “Unsere Luftbilder zeigen: Wo vorher Beton war, ist jetzt ein begrüntes Dach mit einem Meter Erde im 2. Stock”, nennt Bürgermeister Nagl eines der gelungenen Beispiele.

Pilotprojekte und Förderungen

Um den Bau dieser Anlagen auf Wohngebäuden zu forcieren, haben die Stadt Graz und das Land Steiermark derzeit 14 potenzielle Standorte für Dachgärten auf bereits bestehenden Anlagen im gemeinnützigen Wohnbau ausgemacht. Im Bereich der Neubauten sollen das Stadtentwicklungskonzept, das räumliche Leitbild sowie die Bebauungspläne verstärkt die Möglichkeit der intensiven Dachbegrünung vorsehen. Drei Pilotprojekte für Dachgärten wurden bereits fixiert, dafür wird die Förderung in der Höhe von 10 Euro/Quadratmeter bzw. maximal 40.000 Euro ausbezahlt.

Dachgärten helfen beim Klimaschutz

“Grüne Dachlandschaften leisten einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, in dem sie die thermischen Verhältnisse in Gebäuden und Siedlungsgebieten positiv beeinflussen. Zusätzlich können durch innovative Organisations- und Betriebsmodelle neue wirtschaftliche Felder mit stark regionalem Bezug generiert werden”, ergänzt Studienautorin Andrea Jany vom Institut für Wohnbauforschung.

Quelle graz.at