11. Dezember 2025
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Flüchtiger Lkw-Lenker in Graz ausgeforscht: Mängel entdeckt

Leoben | A9/Pyhrnautobahn. – Wie bereits berichtet, wurde am Montagmorgen (3. Februar 2025) der Gleinalmtunnel gesperrt, da ein zunächst unbekannter Fahrer seinen defekten Lkw im Tunnel abgestellt und sich davon gemacht hatte. Die Autobahnpolizei konnte den flüchtigen Fahrer mittlerweile ausfindig machen, was zu einer unerwarteten Wendung führte.

Um 04:40 Uhr ging der Alarm bei der Polizei ein, nachdem der Lkw aufgrund technischer Probleme im Tunnel zu rauchen begonnen hatte. Der unbekannte Fahrer stellte seinen defekten Sattelzug in der Weströhre ab und verschwand daraufhin ohne weiteres, nachdem ihn ein Kollege mit seinem eigenen Lkw aus dem Tunnel gefahren hatte. Der Lkw musste samt seiner Ladung später abgeschleppt werden. Die Sperrung des Gleinalmtunnels dauerte bis kurz nach 7:00 Uhr. Zunächst blieb der Aufenthaltsort des Fahrers unklar.

Überraschende Begegnung in Graz

Die Beamten der Autobahnpolizei Gleinalm begannen sofort mit den Ermittlungen und untersuchten den abgeschleppten Lkw in einem Abschleppunternehmen in Graz genauer. In den Vormittagsstunden tauchte der flüchtige Lkw-Fahrer überraschend bei dem Abschleppunternehmen auf und hatte anscheinend nicht mit den Autobahnpolizisten gerechnet, die bereits auf ihn warteten. Diese konfrontierten den 51-jährigen Serben direkt. Bei seiner Flucht erklärte er, dass sein Lkw auf der Fahrt von München nach Serbien im Gleinalmtunnel einen Motorschaden erlitten habe. Er habe daraufhin die ASFINAG informiert und sei zusammen mit seinem Kollegen aus dem Tunnel gefahren – so zumindest seine Version der Ereignisse.

Zahlreiche technische Mängel am LKW

Eine eingehende Kontrolle des Sattelzuges offenbarte jedoch andere mögliche Gründe für seine Flucht. Die Autobahnpolizisten entdeckten zahlreiche, teils gravierende Mängel am Lkw des 51-Jährigen, dazu gehörten Reifenbeschädigungen, erhebliche Defizite bei der Ladungssicherung der transportierten Radbagger sowie defekte Bordwände, die nur provisorisch mit Kabelbindern gesichert waren.

Beweise für strafrechtliche Verstöße konnten nicht gefunden werden, jedoch wird der 51-Jährige wegen der vielen verkehrsrechtlichen Mängel an die Bezirkshauptmannschaft Leoben angezeigt. Zur Sicherung des Verwaltungsstrafverfahrens hoben die Polizisten vor Ort eine Sicherheitsleistung von 4.000 Euro von dem Serben ein. Außerdem werden dem Lkw-Fahrer zusätzliche Kosten in ähnlicher Höhe für die erforderliche Abschleppung des Fahrzeugs in Rechnung gestellt. Ihm wurde die Weiterfahrt untersagt.

Auch die verantwortliche Firma in München wird angezeigt, da der stark mangelhafte Lkw in diesem Zustand nicht beladen hätte werden dürfen.

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