Zum Gewaltfall an der Grazer Volksschule Geidorf bzw. zur Titelgeschichte in der Steirerkrone vom 13.04.2021 reagierte die überparteiliche ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus, Fachstelle für Gewaltprävention, Demokratie- und Menschenrechtsbildung, mit einer Aussendung.

Die Schlagzeile auf der Titelseite der Steirerkrone „In unseren Schulen regiert die Gewalt“ würde die soziale Wirklichkeit in den steirischen Schulen nicht angemessen abbilden.

In steirischen Schulen regiert nicht die Gewalt.

kontert Christian Ehetreiber, GF-Obmann der überparteilichen ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus und sieht die Darstellung der Gewaltsituation in steirischen Schulen als einseitig und übertrieben. Von äußert bedauerlichen Einzelfällen der exzessiven Gewalt – wie zuletzt an der Volksschule Geidorf – abzuleiten, „Gewalt [sei] in steirischen Bildungseinrichtungen vielmehr traurige Realität“ (Steirerkrone, 13.04.2021), sei aus  Sicht der ARGE Jugend unzutreffend. Die in der Steirerkrone referierten Zahlen, wonach die Anzahl der Tatverdächtigen dramatisch ansteige, sei vom „brandaktuellen Zahlenmaterial“ nicht gedeckt.

In steirischen Schulen regiert auch deshalb nicht die Gewalt, weil DirektorInnen, LehrerInnen und Eltern in Zusammenarbeit mit schulnahen Unterstützungssystemen zur Gewaltprävention allen Formen von Gewalt, Rassismus, Mobbing und sozialer Ausgrenzung eben nicht die Herrschaft überlassen, sondern all diesen Phänomenen unverzüglich und im koordinierten Zusammenwirken begegnen.

resümiert Ehetreiber seine jahrzehntelangen Erfahrungen mit Schulen aller Schultypen in der Steiermark. Die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus führt aktuell an über 100 steirischen Schulen Bildungs- und Präventionsprojekte gegen Gewalt und alle damit zusammenhängenden Themen durch.

In all diesen Projekten und Workshops erleben wir ein höchst ausgeprägtes Sensorium wie auch eine entsprechende Handlungsbereitschaft der gesamten Schulpartnerschaft, um alle Formen von Gewalt zu überwinden bzw. durch koordinierter Zusammenwirken abzurüsten.
An keiner einzigen Schule begegneten wir SchulleiterInnen oder betroffenen LehrerInnen, die jemals die Herrschaft von Gewalt tatenlos akzeptieren würden. Im Gegenteil: Die Schulen suchen in Gewaltfällen von sich aus den Kontakt zur ARGE Jugend wie auch zu anderen Facheinrichtungen, um die Gewaltphänomene professionell zu bearbeiten: Von der gemeinsamen Situationsanalyse über die gemeinschaftliche Entwicklung von Maßnahmenplänen bis zur praktischen Umsetzung und Evaluierung.

so Ehetreiber über seine Erfahrungen.

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